LFG Denkmalpflege und Historische Bauforschung RWTH Aachen

Aktuelles:

Ausschreibung für studentische Hilfskraft beim LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

Im Rahmen der Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie der EU sucht das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland zwei studentische Hilfskräfte.

Mehr Informationen unter folgendem Link

Kulturerhalt in Iran: Restaurierung der Kuppel im Basar Chahar Suq in Teheran

Unter der Leitung von Prof. Martina Abri (FH Potsdam) und Prof. Christian Raabe (RWTH Aachen) sowie der Projektleiterin Telli Golkar (RWTH Aachen) wurden erste restauratorische Voruntersuchungen sowie eine Dokumentation des Bestandes durchgeführt. Ausführende sind die Berliner Restauratoren Marek Buch und Andreas Schudrowitz (Buch & Schudrowitz) sowie der Architekt und Bauforscher Marc Wietheger (Baumass) aus Erftstadt bei Köln.

Die überkuppelte Vierstraßenkreuzung misst etwa 12 m im Durchmesser und liegt mitten im Bazar von Teheran. Im unteren Bereich des Tambours finden sich Stuckaturen bestehend aus Akanthusblättern, Blüten und Palmetten über Kapitellen. Vier Einkaufsstraßen treffen hier zusammen, deren Eingänge je einen Spitzbogen bilden, wobei sich zwischen den Zugängen jeweils eine Nische mit einem Laden befindet.

Ziel des Projekts ist die Sicherung und Festigung des Bestandes sowie eine behutsame Teil-Restaurierung der Kuppeloberflächen. Darüber hinaus ist das Projekt ganz allgemein eine willkommene Gelegenheit, die deutsch-iranische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Kulturerhalts zu fördern und weiter auszubauen.

Die Ergebnisse der aktuellen Projektphase sollen als Grundlage für das restauratorische Konzept und die Planung der Ausführung im Herbst 2017 dienen.

Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts

Bereits seit 1981 fördert das Auswärtige Amt Projekte zum Erhalt des kulturellen Erbes im Ausland. Bis 2016 wurden insgesamt mehr als 2.750 Projekte in 144 Ländern mit fast 70 Mio. € unterstützt.

In Iran gehören zu den geförderten Projekten der Wiederaufbau des Sistani-Hauses in Bam, die Konsolidierung des Takht-e Soleiman sowie die Konservierung der musikhistorischen Sammlung des Musikmuseums in Teheran.

Mehr Informationen auf der Seite der Deutschen Botschaft in Teheran

Einführung des Masterstudiengangs "Architectural Conservation" an der GJU Amman (Jordanien)

In einer zukünftigen Nachkriegsordnung im Zusammenhang mit den kriegerischen Auseinandersetzungen in Teilen des Nahen Ostens, vor allem in Syrien und im Irak, wird es auch darum gehen, Stätten des baulichen Erbes der Region wieder zugänglich zu machen und konservierende oder restaurierende Maßnahmen zu ergreifen. Die Strukturen und Prozesse jedweder Art, die derartige Projekte unterstützen oder überhaupt erst ermöglichen, müssen gefestigt bzw. überhaupt erst installiert werden. Für diesen Zweck werden nach modernen Standards geschulte Fachleute vonnöten sein. Es geht dabei nicht alleine um jordanische Studierende, sondern auch um die mittlerweile Hundertausende aus arabischen Nachbarstaaten geflüchteten jüngeren Hochschulabsolventen. Hier liegt das Potenzial für die Ausbildung von Fachleuten, die für zukünftige Aufgaben im Bereich Kulturguterhalt, Restaurierung und Konservierung qualifiziert werden.

So ist, wenn auch im bescheidenem Rahmen, der Aufbau von Fähigkeiten für die zukünftige behutsame Wiederaufbauplanungen im historischen Kontext und die Projekte zur Sicherung des kulturellen Erbes der Region beabsichtigt. Darüber hinaus wird den Studenten/innen eine persönliche Perspektive aufgezeigt und es ist damit die Hoffnung verbunden, die Chancen auf eine Eingliederung in den lokalen Arbeitsmarkt verbessern zu können.

An der German Jordanian University (GJU) wird deshalb der Studiengang „MSc Architectural Conservation“ eingerichtet. Finanziert wird der Studiengang vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Projektes „Die Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise“. Initiiert wurde der Studiengang vom "Archaeological Heritage Network" unter der Leitung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Kooperation mit dem German Academic Exchange Service (DAAD). Die Organisation wurde vom LFG Denkmalpflege und Historische Bauforschung (DHB) der RWTH Aachen University angeschoben in Zusammenarbeit mit dem postgradualen Masterstudiengang Denkmalpflege der TU Berlin und der German Jordanian University. Die Zusammenarbeit geschieht in Form eines „Cooperation Programs“ und von der deutschen Seite aus wird das Studienprogramm partiell durch Visiting Professors unterstützt.