LFG Denkmalpflege und Historische Bauforschung RWTH Aachen

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Botschafter Michael Klor-Berchtold weiht restaurierte Kuppel im Herzen des Großen Basars von Teheran ein

Am Freitag (16.02.) hat Botschafter Michael Klor-Berchtold gemeinsam mit Vertretern der iranischen Denkmalschutzbehörde Iranian Cultural Heritage and Tourism Organization (ICCTHO) und ihrer Forschungseinheit Research Institute for Cultural Heritage and Tourism (RICHT) die Kuppel eingeweiht, nachdem sie mit deutscher Expertise und finanzieller Unterstützung denkmalschutzgerecht erhalten worden ist. Die Erhaltungsmaßnahmen bestanden in der Sicherung und Festigung des Bestandes sowie einer behutsame Teil-Restaurierung der Oberflächen der Kuppel.

Ihr farbenprächtiger Stuck unterstreicht die Warenvielfalt des Basars, der als einer der größten in der gesamten Region gilt und die Millionenmetropole mit Waren aus dem Inland und dem Ausland versorgt.

Nationale Identität und Kulturdialog

In seiner Rede unterstrich Klor-Berchtold, dass die restaurierte Kuppel ein großer Erfolg für das gemeinsame deutsch - iranische Engagement für den Kulturerhalt sei, den Kulturdialog im Geist der Partnerschaft fördere. Die Kuppel überdeckt eine wichtige und belebte Kreuzung im Zentrum des Großen Bazars in Teheran, so können sich Tag für Tag hunderte Passanten, Basarhändler und Touristen an diesem Ort erfreuen.

Der Botschafter dankte den beteiligten deutschen Wissenschaftlern Prof. Martina Abri von der Fachhochschule Potsdam und Prof. Christian Raabe von der Rheinisch-Westfälische Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen), den Berliner Restauratoren Marek Buch und Andreas Schudrowitz von Buch & Schudrowitz sowie dem Architekten und Bauforscher Marc Wietheger von Baumass aus Erftstadt bei Köln, sowie den iranischen Beteiligten, die das Projekt von Anfang an eng begleitet und ebenfalls an der Einweihungszeremonie teilgenommen haben. Dazu zählen der Stellvertretende Leiter von ICCTHO Dr. Mohammad Hassan Talebian, Leiter von RICHT Eng. Seyed Mohammad Beheshti, sein Berater Seyed Ahmad Mohit Tabatabaei, dessen Stellvertreter Dr. Behrouz Omrani sowie die Direktorin für Kulturbauten Dr. Mahnaz Ashrafi und ein Team iranischer Wissenschaftler unter ihrer Leitung.

Langjährige Zusammenarbeit im Kulturerhalt von UNESCO-Welterbestätten: Sistani Haus in Bam und Takht-e Soleyman in West Azarbaijan

Der Erhalt der Kuppel Chahar Suq Bozorg ist das vorerst letzte Projekt in einer langen Reihe von Kooperationen, die das Auswärtige Amt im Rahmen seines Kulturerhalt-Programms finanziert hat. So wurde das Sistani Haus in der Zitadelle von Bam nach dem Erdbeben von 2003 wieder aufgebaut und gleichzeitig erdbebensicher gemacht. Auch der Gebäudekomplex Takht-e Soleyman in West Azarbaijan wurde mit Mitteln des Kulturerhalts gesichert und soll nachhaltig restauriert werden. Beide Stätten gehören zum UNESCO-Welterbe. Aus dem Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amtes wurde zudem die Konservierung der musikhistorischen Sammlung des Musikmuseums in Teheran unterstützt.

Die Vierstraßenkreuzung Chahar Suq Bozorg

Die überkuppelte Vierstraßenkreuzung misst etwa 12 Meter im Durchmesser und liegt mitten im Basar von Teheran. Im unteren Bereich des Tambours finden sich Stuckaturen bestehend aus Akanthusblättern, Blüten und Palmetten über Kapitellen. Vier Einkaufsstraßen treffen hier zusammen, deren Eingänge je einen Spitzbogen bilden, wobei sich zwischen den Zugängen jeweils eine Nische mit einem Laden befindet.

Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts

Bereits seit 1981 fördert das Auswärtige Amt Projekte zum Erhalt des kulturellen Erbes im Ausland. Bis 2016 wurden insgesamt mehr als 2.750 Projekte in 144 Ländern mit fast 70 Millionen Euro unterstützt.

Mehr Informationen auf der Seite der Deutschen Botschaft in Teheran